Poröse & undichte Fuge im Bad versichert?

Erst unsichtbar: Warum undichte Silikonfugen die Grundlage für einen teuren Wasserschaden sein können

Das Badezimmer ist unser privater Wohlfühlbereich. Nach einem langen Tag unter die Dusche zu springen, durchatmen. Doch während das warme Wasser läuft, droht in vielen Häusern ein unbemerktes Problem: eine undichte Silikonfuge in der Dusche.

 

Was wie ein kleiner Schönheitsfehler aussieht, entpuppt sich oft als finanzielle Katastrophe. Viele Immobilienbesitzer denken doch: „Wenn es feucht wird, zahlt das ja die Wohngebäudeversicherung.“ Als erfahrener Versicherungsmakler müssen wir dich leider warnen: Das ist seit einem wegweisenden Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) ein gefährlicher Irrtum.

 

Silikonfugen im Bad sind keine Bauteile für die Ewigkeit, sondern sogenannte Wartungsfugen. Durch die tägliche Belastung beim Betreten der Duschwanne, Putzmittel und Alterung verliert das Silikon irgendwann seine Elastizität. Es entstehen winzige, oft kaum sichtbare Risse. Beim Duschen gelangt jedes Mal etwas Wasser hinter die Fliesen. Das passiert monatelang völlig unbemerkt, bis das Wasser im Mauerwerk steht, die Estrichdämmung durchfeuchtet oder Schimmel im Nachbarraum auftaucht. Die Sanierungskosten betragen dann oft mehrere Tausend Euro.

 

 

Das BGH-Urteil: Die Versicherung darf ablehnen

Das BGH-Urteil: Die Versicherung darf ablehnen

Lange Zeit stritten sich Gerichte, ob die Wohngebäudeversicherung hier einspringen muss. Der Bundesgerichtshof (Az. IV ZR 236/20) setzte dem ein Ende. Das klare Urteil der Karlsruher Richter: Ein Wasserschaden durch undichte Silikonfugen an einer Dusche ist kein versicherter Leitungswasserschaden. Dies wurde 2024 wieder bestätigt (IV ZR 177/22)

Die Begründung ist logisch, aber bitter für Betroffene: Die Gebäudeversicherung zahlt nur, wenn Wasser bestimmungswidrig aus Rohren oder direkt angeschlossenen Schläuchen austritt. Eine Silikonfuge ist jedoch kein Rohr, sondern eine Abdichtung. Das Wasser hat das Rohrsystem bereits über den Duschkopf verlassen. Wer einen Standard- oder Altvertrag besitzt, bleibt auf den Kosten für Trocknung und Sanierung komplett sitzen.

 

 

Hintergrund

Wie gefährlich so eine kaputte Fuge am Ende wird, hängt stark davon ab, wie die Dusche unten drunter überhaupt gebaut wurde. Bei der klassischen Duschwanne aus Acryl oder Stahl stößt das Material direkt an die Wandfliese. Das Silikon ist die einzige Barriere, die das Wasser aufhält - Wenn diese Fuge reißt, läuft das Wasser direkt hinter die Wanne und frischt das Mauerwerk oder den Estrich auf.

Bei einer modernen, bodengleichen Dusche sieht das ganz anders aus. Unter den Fliesen wird im Idealfall eine sogenannte Verbundabdichtung aufgetragen. Das ist im Grunde wie eine flüssige Gummibeschichtung, die eine komplett dichte Wanne bildet und direkt im Abfluss endet. Das Überraschende dabei: Die sichtbare Fuge aus Zement oder Silikon muss hier gar nicht absolut dicht sein. Sie dient in erster Linie der Optik und der Hygiene. Ist die Gummischicht darunter fachgerecht verarbeitet, hält sie das Wasser problemlos auf, selbst wenn die obere Fuge reißt. Kritisch wird es hier erst, wenn bei der tieferen Abdichtung unsauber gearbeitet wurde.

Wie geht man jetzt damit um?

Wie geht man jetzt damit um?

Einige moderne Premium-Tarife haben auf dieses Urteil reagiert. Sie schließen Nässeschäden durch undichte Fugen explizit ein. Das Problem: In schätzungsweise 70 bis 80 Prozent der bestehenden Verträge in Deutschland fehlt diese Klausel komplett.

Selbst die Wiederherstellung der Fuge wird oft komplett abgelehnt, allerdings ist der Folgeschaden als bestimmungswidriger Austritt von Leistungswasser oft abgesichert.

Was können Sie tun?

Fugen prüfen: Untersuche alle sechs Monate die Fugen in deiner Dusche. Zeigen sich Risse oder Ablösungen, sollten sie sofort erneuert werden.

Vertragsinhalt prüfen lassen: Wirf einen einen Blick in Ihr Kleingedrucktes oder nutze unseren Service.

 

 

Wie spielt Fahrlässigkeit hier eine Rolle?

Wie bereits erwähnt, ist die Wartungsfuge ein Verschleißelement. Das bedeutet: Sie unterliegen durch die ständige Bewegung beim Betreten der Dusche, durch aggressive Putzmittel und durch normale Alterung einem permanenten Verschleiß. 

Mieter sind zwar zur Sorgfalt angehalten, der Eigentümer ist jedoch nach § 535 BGB zur Instandhaltung verpflichtet.

 

Wenn schadhafte Fugen über einen längeren Zeitraum ignoriert oder nicht kontrolliert werden, tappt man schnell in die Falle der groben Fahrlässigkeit. Wenn das Silikon sichtbar gerissen, zerrieben oder stark verschimmelt ist und trotzdem Monate lang weitergeduscht wird, wird die Schadensminderungspflicht verletzt.

Die Folge: Selbst wenn du einen modernen Tarif besitzt, der Fugenunfälle eigentlich abdeckt, darf der Versicherer die Leistung wegen grober Fahrlässigkeit massiv kürzen oder die Zahlung im schlimmsten Fall komplett verweigern.

Auch hier können wir unterstützen: ist in deiner aktuellen Wohngebäudeversicherung grobe Fahrlässigkeit mit abgesichert?

Jetzt handeln.

Kontaktiere uns für eine schnelle Überprüfung des Vertrages - damit die Bausteine grobe Fahrlässigkeit und die Wartungsfugenklausel sicher mitversichert sind. Verlasse Dich auf über 25 Jahren Erfahrung.

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